Angespannte Situation für Arztpraxen in der Romandie

Die erste Phase der Covid-19-Pandemie bleibt für Ärzte in der Romandie nicht ohne wirtschaftliche Folgen.

Am 27. April, also während sie sich auf die Wiederaufnahme ihres Regelbetriebs vorbereiteten, nahmen 2139 Ärzte aus der Romandie an einer Umfrage* der Société Médicale de la Suisse Romande (SMSR) teil. Hier einige Ergebnisse:

71,6 % der Ärzte aus der Romandie, die an der Umfrage teilgenommen haben, gaben an, dass die Auslastung ihrer Praxis seit Beginn der Pandemie mindestens um die Hälfte zurückgegangen sei. Der durchschnittliche Rückgang der Auslastung lag bei 62,5 % (geschätzte durchschnittliche Auslastung: 37,5 %). Etwa ein Drittel der befragten Ärzte (32,6 %) erreichte Ende April nicht einmal 20 % ihrer regulären Auslastung. 

Ein Grossteil der verbleibenden Konsultationen erfolgte dabei per Fernberatung, entweder über das Telefon oder per Videosprechstunde (geschätzter Durchschnittswert: 47,3 %). 

Die grosse Mehrheit der befragten Ärzte in der Romandie (68,3 %) ist der Auffassung, dass die vom Bundesrat genehmigte Wiederaufnahme aller medizinischen Tätigkeiten ab dem 27. April angemessen war, obwohl 16 % eine raschere Rückkehr zum Regelbetrieb vorgezogen hätten. 

Laut Philippe Eggimann, Präsident der Société Vaudoise de Médecine (SVM) und der Société Médicale de la Suisse Romande (SMSR), müssen konkrete Massnahmen ergriffen werden, um die Arztpraxen im Kampf gegen Covid-19 zu unterstützen, da andernfalls die Gefahr besteht, dass die Pandemie für die gesamte Gesellschaft dauerhafte Folgen hat. 

 

*Diese Umfrage wurde zwischen dem 20. und 27. April von der Société Médicale de la Suisse Romande (SMSR) durchgeführt. 2139 Ärzte aus allen kantonalen Ärztegesellschaften der Romandie nahmen an dieser Umfrage teil (GE: 37,4 %, VD: 35,7 %, FR: 11,9 %, NE: 10 %, JU: 3,3 %, VS: 1,7 %). 82,5 % der Ärzte, die an der Umfrage teilgenommen haben, üben ihre Tätigkeit überwiegend in einer Arztpraxis aus.

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