«Weniger ist mehr»: Wie wir die Nachhaltigkeit der medizinischen Versorgung verbessern können

Nationalrat Michel Matter, Vizepräsident der FHM, zu «smarter medicine»: Less ist more!

Mehr als 30 % der Schweizer Bevölkerung verzichten heute aus wirtschaftlichen Gründen auf eine medizinische Behandlung. Andererseits steigen die Versicherungsprämien deutlich schneller als die Löhne. Alle diese Anzeichen deuten auf ein beunruhigendes Phänomen hin: Die finanzielle Belastung der Haushalte durch die Gesundheitskosten erreicht die Grenzen des Zumutbaren. Und es besteht dringender Handlungsbedarf, auch seitens der Ärzte.

Aber was tun? Von den vielen Möglichkeiten, auch zukünftig eine erstklassige medizinische Versorgung sicherzustellen, ohne dem Patienten zu schaden, ist die Initiative «Smarter Medicine» die gelungenste. Sie soll Möglichkeiten für eine medizinische Versorgung aufzeigen, bei der wir durch intelligenteres Handeln sparsamer mit Behandlungen und Untersuchungen umgehen. Weniger tun, um die Versorgung der Patienten zu optimieren: Das ist der Grundgedanke hinter diesem Ansatz, der nicht nur kostengünstiger ist, sondern von dem auch die Patienten profitieren.

Ziel der Initiative ist es, diejenigen etwa 20 % aller medizinischen Behandlungen auszumerzen, die mit Sicherheit überflüssig sind. Es gab eine Zeit, in der beispielsweise bei allen Patienten die gleichen Blutuntersuchungen durchgeführt wurden. Damit ist es nun vorbei. Sämtliche Untersuchungsaufträge und Behandlungen müssen künftig Teil einer individuellen medizinischen Versorgung und somit an die jeweilige Situation angepasst sein.

Smarter Medicine ist eine Methode, die sich durchsetzen wird, da sie dem Anspruch an Professionalität der Ärzte und der übrigen Gesundheitsdienstleister entspricht. Ausserdem ist auch mit einer hohen Akzeptanz bei den Patienten zu rechnen. Auch sie selbst profitieren von dieser Methode, die in unserem Land auch künftig ein hohes medizinisches Versorgungsniveau sicherstellen wird.

In Zusammenarbeit mit dem SMSR

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