
Vorsorge braucht Dialog
Gesundheitsvorsorge wirkt am besten, wenn Ärztin und Patient gemeinsam entscheiden, welche Massnahmen in der aktuellen Lebensphase sinnvoll sind.
Deshalb haben FMH und Gesundheitsförderung Schweiz ein Angebot erarbeitet, das Hausärztinnen und Hausärzte dabei unterstützt. Es heisst PEPra – Unterstützung zur Prävention in der Praxis. PEPra bietet Grundversorgern sowie medizinischen Fachpersonen interprofessionelle, praxisnahe und evidenzbasierte Fortbildungen an, die sie dabei stärken, präventive Elemente systematisch und effizient in den Praxisalltag zu integrieren. Besonders beliebt ist laut Salomé Steinle vom PEPra-Team das Grundlagenmodul zu Beratung und Kommunikation – Motivational Interviewing. Aber auch Module zu Substanzkonsum wie Tabak und Alkohol oder zu Schmerzmedizin sind gefragt. Andere Themen entwickeln sich mit dem Zeitgeschehen. «Nach der Covid-Pandemie stand die psychische Gesundheit im Fokus, so wie aktuell wieder. Auch Ernährung und Bewegung gewinnen an Bedeutung», erzählt Steinle.
Gespräche über gesundheitliche Vorsorge behandeln teilweise sensible Themen wie das Essverhalten, Sucht oder Depression. Damit die Beratung gelingt, braucht es ein Vertrauensverhältnis zwischen Patientin und Hausarzt. «Die Bevölkerung konsultiert im Durchschnitt zwei bis drei Mal pro Jahr eine Hausarzt- oder allgemeinmedizinische Praxis. Diese Kontakte sind Gelegenheiten, eine Beziehung aufzubauen, Risikoverhalten anzusprechen und eine gesundheitsförderliche Veränderung gemeinsam zu entwickeln», bestätigt Salomé Steinle. Damit zeigt sich: Prävention ist weit mehr als die Vermittlung von Gesundheitswissen. Sie lebt von wiederkehrenden Kontakten und einer vertrauensvollen Arzt-Patienten-Beziehung. Auch dies ist ein Grund, warum die Hausarztpraxen im Schweizer Gesundheitswesen eine so tragende Rolle spielen.